Der Einsatz geistlicher Gaben nach dem Gleichnis der anvertrauten Talente
Jesus Christus hat jedem seiner Nachfolger geistliche Gaben anvertraut – nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als Arbeitsmittel für sein Reich. Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten in Matthäus 25,14-30 zeigt uns mit aller Deutlichkeit, was Gott von uns in der Zeit bis zu seiner Wiederkunft erwartet.
Ein Herr vertraut seinen Knechten unterschiedliche Summen an – fünf, zwei und einen Zentner Silber – jedem nach seiner Tüchtigkeit. Dann verlässt er das Land. Die ersten beiden Knechte beginnen sofort zu wirtschaften und verdoppeln das Anvertraute. Der dritte vergräbt seinen Zentner aus Angst. Bei der Rückkehr des Herrn werden die ersten beiden gleich belohnt: "Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht!" Der dritte wird als böse und faul bezeichnet und in die Finsternis geworfen.
Diese Zentner und Talente sind keine natürlichen Begabungen, sondern geistliche Gaben. In 1. Korinther 12 lesen wir von Weisheit, Erkenntnis, Glaube, Heilungsgaben, Wunderkräften, Prophetie, Geisterunterscheidung und Zungenrede. Jeder Gläubige hat mindestens eine solche Gabe empfangen – Gott lässt niemanden leer ausgehen. Diese Gaben qualifizieren uns zu Arbeitern in Gottes Reich.
Das Entscheidende: Gott bewertet nicht nach Erfolg oder Quantität. Die beiden treuen Knechte erhielten denselben Lohn, obwohl der eine das Doppelte erwirtschaftet hatte. Worauf es ankommt, ist Treue, Vertrauen und der sofortige Einsatz dessen, was uns anvertraut wurde. Der dritte Knecht wurde nicht bestraft, weil er zu wenig erreichte, sondern weil er untätig blieb.
Unterlassen – dieses Wort trifft den Kern. Etwas nicht zu tun, was getan werden könnte und sollte. Im deutschen Recht wird unterlassene Hilfeleistung bestraft. Geistlich gesehen hat unsere Untätigkeit Konsequenzen für den ganzen Leib Christi. Die Gemeinde wird mit einem Körper verglichen – jedes Glied hat eine Funktion. Wenn ein Organ nicht funktioniert, leidet der ganze Körper.
Vielleicht denkst du, du hättest keine besondere Gabe oder andere könnten deinen Dienst besser tun. Das ist ein gewaltiger Irrtum. Gottes Reich funktioniert nicht nach Erfolgsdenken. Er beruft ganz gewöhnliche Menschen – dich und mich. Was zählt, ist nicht Perfektion, sondern Treue im Rahmen deiner Fähigkeiten.
Dieses Gleichnis steht im Kontext der Endzeitreden Jesu. "Darum wachet, denn ihr wisst weder Tag noch Stunde" (Matthäus 25,13). Mit jedem Tag kommt seine Wiederkunft näher. Die Zeit zu handeln ist jetzt – nicht irgendwann, wenn andere aufhören oder wenn die Umstände perfekt sind. Zeige Eigeninitiative wie die ersten beiden Knechte.
- Petrus 4,10 fordert uns auf: "Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes." Wenn du bisher zurückhaltend warst, komm in Buße zu Jesus. Bitte um Vergebung und Weisheit. Unser Herr gibt gerne – "Bittet, so wird euch gegeben" (Matthäus 7,7). Und wenn du dienst, tue es in Liebe, denn ohne Liebe ist selbst die größte Gabe nichts.
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