Leben mit Widerstand – das gehört zum Christsein dazu, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Paulus und Barnabas erlebten es immer wieder: Wo das Evangelium verkündigt wurde und Menschen zum Glauben kamen, folgte der Widerstand auf dem Fuß. In Apostelgeschichte 14,1-20 sehen wir dieses Muster deutlich. In Ikonium predigten sie mit solcher Vollmacht, dass viele zum Glauben fanden – doch gleichzeitig hetzten ungläubige Juden die Bevölkerung gegen sie auf. Statt aufzugeben, blieben sie und verkündigten weiter, bis schließlich ein Anschlag geplant wurde und sie fliehen mussten.
In Lystra geschah ein Wunder: Ein von Geburt an gelähmter Mann wurde geheilt. Die Menschen wollten Paulus und Barnabas als Götter verehren – Zeus und Hermes. Doch die Apostel wiesen das entschieden zurück und verkündigten den lebendigen Gott. Dann kam die dramatische Wende: Dieselben Menschen, die sie eben noch anbeten wollten, steinigten Paulus, bis alle dachten, er sei tot. Doch er stand auf und predigte am nächsten Tag weiter.
Wachstum und Widerstand gehören zusammen – das war damals so und ist heute nicht anders. Wenn Gemeinde wächst, wenn du persönlich im Glauben vorankommst, wird Widerstand kommen. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind erschreckend deutlich: Christenverfolgung in vielen Teilen der Welt, wachsende Unsicherheit auch in Europa, zunehmende Anfeindungen gegen alle, die Jesus als den einzigen Weg zu Gott bekennen.
Das Problem ist nicht, dass wir als Christen leben, sondern dass wir bekennen: Jesus ist der wahre Gott und der einzige Retter. Das passt nicht in die tolerante Gesellschaft, die jeden Glauben akzeptiert – solange niemand absolute Wahrheitsansprüche stellt. Schon im Römischen Reich hätten Christen Verfolgung vermeiden können, wenn sie Jesus einfach als einen von vielen Göttern akzeptiert hätten. Doch echte Christen ließen sich nicht dazu zwingen.
Paulus schrieb an Timotheus in 2. Timotheus 3,12: "Alle, die zu Jesus Christus gehören und entschlossen sind, so zu leben, dass Gott geehrt wird, müssen mit Verfolgung rechnen." Und in 2. Timotheus 1,8 ermutigt er: "Bekenne dich ohne Scheu zu unserem Herrn. Sei bereit, für das Evangelium zu leiden. Gott wird dir die nötige Kraft geben."
Vielleicht geht es uns heute zu gut. Vielleicht haben wir in dieser friedlichen Zeit Gott zur Nebensache gemacht. Die Geschichte Israels zeigt: Immer wenn es dem Volk gut ging, entfernte es sich von Gott. Erst in schweren Zeiten kehrten sie um. Die aktuellen Ereignisse sollten uns nicht ängstigen, sondern motivieren, enger zusammenzuhalten und Gott wieder an die erste Stelle zu setzen.
Jesus sagt in Johannes 16,33: "In der Welt werdet ihr hart bedrängt, doch ihr braucht euch nicht zu fürchten. Ich habe die Welt besiegt." Wir sollen nur einen fürchten – Gott selbst, der die Macht über alles hat. Menschen können nur das irdische Leben nehmen, mehr nicht. Lasst uns im Alltag mutig sein, treu bleiben im Glauben an Jesus Christus und das Ziel mit ewigem Wert nicht aus den Augen verlieren – egal was kommt.
