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Selig sind, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit

Samstag, 28. April 2012
32 Minuten

Selig sind, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit

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David hatte jedes Recht, sich an Saul zu rächen. Saul hatte ihn ungerecht behandelt, ihm viel Übel zugetan. Doch David verzichtete darauf. Er erkannte: Das wäre ungerecht. Stattdessen gab er alles Gott ab und wartete auf Gottes Entscheidung. Diese Geschichte zeigt uns etwas Entscheidendes über Gerechtigkeit.

Wir leben in einer Welt, in der es gang und gäbe ist, dass einer den anderen ausnutzt. Ob bei Verträgen, Geschäften oder im Alltag – überall müssen wir aufpassen, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Es liegt in der menschlichen Natur, auf Kosten anderer Vorteile zu erhaschen. Genau diesen Nerv traf Jesus, als er in der Bergpredigt sagte: "Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit."

In Jesaja 58 spricht Gott ein hartes Urteil über sein Volk. Die Menschen fasteten, legten sich Sack und Asche an – doch Gott sagt: Das gefällt mir nicht! Wahres Fasten bedeutet, ungerechte Fesseln zu lösen, Unterdrückte freizulassen, dem Hungrigen Brot zu geben. Die Menschen hatten ihre eigenen Geschwister versklavt, ihnen schwere Lasten auferlegt, sie ausgebeutet. Gott fordert stattdessen: Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Jesus warnt in Matthäus 5,20: "Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." Die Pharisäer verzehnteten Münze, Anis und Kümmel – aber vernachlässigten das Wichtigste: Recht, Erbarmen und Glauben. Sie waren peinlich genau in religiösen Vorschriften, aber gleichgültig gegenüber menschlicher Not.

Gerechtigkeit bedeutet nicht Rechthaberei. Es geht nicht darum, immer recht zu haben oder besser zu sein als andere. Gerechtigkeit ist ein Begriff des Handelns – kein Denkmal, das nur dasteht. Als Christen sind wir lebendige, dynamische Menschen, die handeln sollen. Paulus schreibt in Römer 6,18: "Nun ihr frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden."

Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon (Psalm 92,13). An unseren Früchten wird man uns erkennen – nicht an unserer Theologie. Und ja, es wird nicht einfach sein. Jesus sagt: "Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden." Bist du bereit, für Gerechtigkeit einzustehen, auch wenn es dich etwas kostet?

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